Remchinger Ostermarkt weckt Frühlingsgefühle
Frühlingsgefühle weckte am Wochenende der Ostermarkt in der Remchinger Kulturhalle. Fast 100 Kreative aus der Region und darüber hinaus boten an liebevoll dekorierten Ständen allerlei Gebasteltes und Genähtes, Gemaltes, Gekochtes, Gezüchtetes, Gefädeltes oder Geschreinertes an. Dass viele Aussteller schon am Sonntagmorgen auf ihren Stühlen saßen und emsig strickten, malten oder klebten, zeugte vom großen Ansturm am Vortag. So auch Edeltraud Breuninger, die am Samstagabend noch beim Auftritt des Öschelbronner Chors mitsang und am Sonntag schon wieder ganz im Frühlingsfieber war: „Ich komme schon viele Jahre gerne hierher und zum Markt auf dem Dobel, da ist immer was geboten und es gibt viele Stammkunden“, erklärte sie hinter dem Stand voller fleißiger Mümmelmänner, Ostereier und Frühjahrsboten.
Passende Kindermode für die warmen Tage hatte nebenan Stephanie Götz aus Eisingen – selbstgenäht, versteht sich. „Neben Einhörnern und Faultieren liegen Musselin-Stoffe voll im Trend, während der kleine Maulwurf oder Biene Maja nach wie vor hoch im Kurs stehen“, verdeutlichte sie. Auch Stoffreste finden Verwertung und werden zu niedlichen Puppenkleidern. „Auch in diesem Jahr können wir drinnen und draußen wieder eine große Vielfalt bieten“, freute sich Marktleiterin Ulrike Kumm über Stammaussteller und einige neue Gesichter rund um die Halle, für die es eine lange Warteliste gebe. Fürs Kinderprogramm sorgte ein übergroßes Huhn samt Osterei, während es zwischen Grill und Fritteuse auch die passende Stärkung für den Osterbummel gab.
Für bleibende Erinnerungen sorgen Sabine und Andi Götz aus Ellmendingen. Auch wenn es verrückt klingt: Ob Spätzle oder Eierschalen, eine Jeanshose, ein Dachbalken, Noten eines Dirigenten, Abschnitte von Buntstiften einer pensionierten Lehrerin – all das verarbeiten sie zu hochwertigen Füllern, Bleistiften und Kugelschreibern. Selbst aus dem Saum eines Hochzeitskleides einer Braut samt Blüten ihres Straußes haben sie Schreibgeräte gefertigt.
Die Düfte und Geschmäcker der Natur packt der Remchinger Imker Jürgen Utz mithilfe seiner tausenden Arbeiterinnen im Bienenstock derweil ins Glas – und in die Vesperbox: Seit neuestem bietet er auch Wabenhonig mitsamt von den Bienen gefertigten essbaren Waben an. Die Bienen bauen die Waben komplett selbst, wenn er keine Mittelwand einsetzt. „So hat man es früher gemacht, bevor es die Honigschleuder gab. Dieser Honig hat ein ganz anderes Aroma“, stellt Utz fest. Große Probleme bereite den Imkern aktuell die asiatische Hornisse, die Jagd auf Honigbienen macht. Als Sachverständiger sensibilisiert Utz die Bevölkerung, verdächtige Funde an die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) zu melden, um Nester rechtzeitig professionell entfernen zu können.
jza
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