Förderprogramm macht Gesundheits- und Sozialthemen spielerisch erlebbar
Unterricht mal anders: Die Zweitklässler der Singener Bergschule durften dieser Tage den Weg der Ernährung spielerisch erkunden, während sie sich gegenseitig durch Speiseröhre, Dünndarm und Co. schoben. Die Erstklässler konnten derweil bei heiteren Bewegungsspielen ihre Atmung sichtbar machen, indem sie in ein Röhrchen pusteten und Bälle tanzen ließen. Entspannungsübungen mit einem Gummiball durften anschließend ebenso wenig fehlen wie die passenden Bewegungslieder. Das sind nur zwei Szenen einer Einheit von insgesamt 15 Unterrichtsstunden im Rahmen des Programms „Klasse 2000“, das die AOK und der Lions Club Remchingen-Pfinztal inzwischen für zehn Schulklassen in der Region fördert – neben der Bergschule in zwei Schulen in Königsbach-Stein und in Schömberg. Auch in Pforzheim gebe es das Programm, erklärt Dörte Bennoit.
Die Pressesprecherin des Lions Clubs Remchingen-Pfinztal ist selbst pensionierte Lehrerin und weiß um den Wert eines solchen Programms: „Viele Materialien, die hier eingesetzt werden, gibt es so nicht im normalen Schulalltag. Außerdem bekommen die Lehrkräfte bei der Einführung eine perfekte Vorbereitung, sodass sie die weiteren Schulstunden selbst durchführen können.“ Gesundheitsförderung, Bewegung und Entspannung, gesunde Ernährung, Suchtvorbeugung und Gewaltprävention, aber auch viele Sozialkompetenzen wie Problemlösen und Neinsagen gehören zu den Kernpunkten des deutschlandweit vom Verein Klasse2000 entwickelten und betreuten Programms.
„Unser Club engagiert sich schon seit mehr als 20 Jahren an Schulen im Bereich Sozial- und Kommunikationstraining. Bisher lag der Schwerpunkt bei Kindern und Jugendlichen ab der fünften Klasse, aber jetzt wollen wir bewusst auch die Grundschulen fördern“, verdeutlicht Benoit, die viel positive Resonanz der Lehrer und Schüler bekommen habe – und ein großes Interesse vieler anderer Schulen. Das ansprechende, kindgerechte Unterrichtsmaterial sorge fächerübergreifend für langfristige Lernerfolge. Hinzu kommen Arbeitshefte und Elterninformationen. Hier wolle der Club bewusst mit gutem Beispiel vorangehen und Impulse setzen – und ist im Kreis der Eltern, aber auch bei den regionalen Unternehmen auf der Suche nach weiteren Sponsoren, um das Programm für möglichst viele weitere Schulen finanzieren zu können. Die dazu aufzubringenden Kosten betragen pro Schuljahr und Klasse rund 250 Euro.
jza
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